Tonebender zerrt" too much"

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Tonebender zerrt" too much"

Beitragvon finkaudio » Fr 18 Apr, 2014 07:36

Hi,

ich hab' mir den Tonbender gebaut - er funktioniert auch im Prinzip, aber es klingt schon recht merkwürdig. Es gibt nicht mal einen Anschein von Clean, nur komplettes Gezerre - egal was ich mache. Und das klingt auch noch ziemlich hässlich - keine Ähnlichkeit mit anderen Tonebender_Exemplaren auf Youtube.
Ich hab das Gefühl, das Signal kommt schon komplett verzerrt aus der ersten Stufe...
Hab' alle Lötstellen gecheckt, Transistoren sind richtig drin, Verdrahtung sieht auch richtig aus - was also hab' ich falsch gemacht?

Was mir gestern Abend aufgefallen ist: Ich hatte mal probeweise einen OP-Buffer vor die Stufe gebaut. Der OP hatte 560 Ohm im Ausgang und wenn ich hinter dem Widerstand gemessen habe (mit Tonebender dran), gab' es auf der negativen Halbwelle eine Verformung. Ohne den 560 Ohm war gut.....ist das ein Hinweis, dass irgendwas in der Eingangsstufe falsch gelaufen ist?


Danke schon mal!

Gruß

KH
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Re: Tonebender zerrt" too much"

Beitragvon finkaudio » Do 01 Mai, 2014 16:40

Hi,

da offensichtlich keiner mein Problem kennt, hab' ich mich selbst mal rangemacht: Noch mal neu aufgebaut, mal die Originalversion gemommen (positiv Ground mit maxim1044 zum -9V_basteln) und ein paar Sets mit unterschiedlichen Transen. Hat nicht wirklich was geholfen.
Mit fiel allerdings auf, dass ich immer nur eine kleine Spannung am Kollektor messen konnte (unter 0.1 Volt) - die richtige Wert sollte irgendwas bei 4.5V sein.

Alle Transen waren so in dem Bereich - der "Beste" machte immerhin fast 200mV. Leider gibt es wohl keine verlässlichen Informationen, wie den das Original war. Ich hab' also selbst ein wenig gespielt und den 18k Widerstand vor dem dritten Transistor auf 6.8k reduziert und den 10k in der Zuleitung (bei mir -9V_Leitung, im Bausatz Masse) auf 4.7k. Damit kam ich auf etwas mehr als 4 Volt und jetzt klingt es zumindest bei mir ein wenig ziviler.

Auch der Eingang ist wie schon beschrieben sehr "sensibel". Mit Buffer davor geht es aber. Ohne Buffer wird es clean, sobald ich Pegel and der Gitarre runter nehme, aber auch sehr dumpf dabei.

So richtig warm bin ich immer noch nicht mit dem Ding, Aber da kommt vielleicht der Ingenieur in mir raus, der wissen will, wie das Original denn war und wer sich was dabei gedacht hat :mrgreen:

Ich werden mal einen MK2 aufbauen und mal sehen, wie der so geht.....oder einen Fuzz-Face. Transen hab' ich jedenfalls genug :roll:

Gruß

KH
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Re: Tonebender zerrt" too much"

Beitragvon Uwe K. » Fr 02 Mai, 2014 03:16

Hi KH,
die Schaltung des MK-III entspricht genau dem original (Solasound Tonbender) , bis auf den Ton kondensator am Ende mit 15nF, welcher im Original 2n2 beträgt (was mir zu grell war) , sowie das Fuzz Poti . Original 100k-B in vielen Clones und auch hier 250k-B. Dadurch lässt er sich besser regeln.
Die Eingangsimpedanz von den Teilen auch FuzzFaces und die anderen Bender liegen unterhalb von 50KOhm und durch den Eingang mit der Gitarre, wird er belastet. Mit einem niederohmigen Bufferpedal davor, klingt das Teil völlig anders.
Der Bender wurde von mir selber auch schon in mehreren Exemplaren gebaut und funktionierte immer tadelos.
Selbst die Transistoren sind auf die entsprechenden Hfe Werte ausgemessen.

Q1= 75..100
Q2= 70...85
Q3= 120...140

Wirklich gedacht hat sich damals mit Sicherheit keiner was, auch schonmal abgesehen von den Toleranzen der Bauelemente. Da hat jedes Teil anders geklungen. Auch wurden vielfach die Transistoren getauscht. Im Original sollte es sich um OC75 handeln, es gibt aber auch Geräte mit OC44 und OC81D.

MfG uwe
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Re: Tonebender zerrt" too much"

Beitragvon Uwe K. » Fr 02 Mai, 2014 03:38

Moin,
hier noch die zu Grunde liegende Schaltung. Der 220K Widerstand vom lug2 Tone und Level ist nicht vohanden, da er Pegelreserven klaut :-D .

MfG uwe
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Re: Tonebender zerrt" too much"

Beitragvon finkaudio » Fr 02 Mai, 2014 06:30

Hallo Uwe,

ich glaube dir, dass dein TB so original wie möglich ist. Nur ist das nichts für mich persönlich. Ich weiß auch, dass ich mich mit meinen Mods vom Original entferne - aber was solls :lol: . Ich wollte halt nur schreiben, was ich so gemacht habe und nicht deinen Bausatz rum kritisieren. Sorry, wenn das falsch rüber kam.

Es ist auch in der Tat so, dass deine Transen besser passten als die noch dazu gekauften. :oops:


Gruß

KH
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Re: Tonebender zerrt" too much"

Beitragvon ElectricWarrior » Sa 12 Jul, 2014 18:15

Uwe K. hat geschrieben:Der Bender wurde von mir selber auch schon in mehreren Exemplaren gebaut und funktionierte immer tadelos.
Selbst die Transistoren sind auf die entsprechenden Hfe Werte ausgemessen.

Q1= 75..100
Q2= 70...85
Q3= 120...140

Wirklich gedacht hat sich damals mit Sicherheit keiner was, auch schonmal abgesehen von den Toleranzen der Bauelemente. Da hat jedes Teil anders geklungen. Auch wurden vielfach die Transistoren getauscht. Im Original sollte es sich um OC75 handeln, es gibt aber auch Geräte mit OC44 und OC81D.

MfG uwe


Der Hfe ist ja nur die halbe Miete. Bei den Germanium Tone-Bender-Schaltungen spielt der Leckstrom auch immer eine wichtige Rolle (und ist selten so böse, wie R.G. Keen uns weis machen will). Beim MKIII brauchen Q1 und Q2 keinen Leckstrom. Die hfes sind auch nicht so wichtig. Bei Q3 kann man mit unterschiedlichen hfes und Leckströmen aber wunderbar den Ton formen.

Die ersten MKIIIs hatten übrigens NKT213 (Q1/Q2) und OC75 (Q3 und als Diode verbaut). Wer schon mal OC75s hatte, weiß dass da der Leckstrom sehr hoch sein kann.
Später waren dann meist unbeschriftete Transistoren von STC drin. Ab und zu ist mal doch einer beschriftet, das sind dann die unterschiedlichsten Typen.

Dass jedes Fuzz ein bisschen anders klingt liegt einfach in der Natur der Sache. Besonders, wenn Germanium im Spiel ist. Meine alten Sola-Sound-Effekte klingen allerdings alle wahnsinnig gut. Die hatten damals schon Ohren und haben die Transistoren sicherlich entsprechend selektiert.
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Re: Tonebender zerrt" too much"

Beitragvon Uwe K. » So 13 Jul, 2014 14:55

Hi,
die Trannys liegen immer unter 300µA, da sonst auch das Rauschen zu viel wird. Miserable Leckströme merkt man vorallem bei GE-Boostern.
Und wenn die Hfe's arg aus der Reihe sind wirds allerdings auch nicht so richtig was.
Und mit Sicherheit wird jeder Bender anders klingen genauso wie die Fuzz Faces. Wenn man dann noch Kohleschichtwiderstände nehmen würde, könnten man es noch mehr hin zu den alten originalen trimmen.
Das ist allerdings nicht der Sinn dieses Bausatzes, bzw. da sollte dann jeder selber Kreativ werden.

MFG Uwe
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Re: Tonebender zerrt" too much"

Beitragvon ElectricWarrior » So 13 Jul, 2014 16:09

Uwe K. hat geschrieben:Hi,
die Trannys liegen immer unter 300µA, da sonst auch das Rauschen zu viel wird. Miserable Leckströme merkt man vorallem bei GE-Boostern.


Germanium Booster haben auch tendenziell eher Transistoren mit niedrigem Leckstrom verbaut. Beim OC44 zum Beispiel sind die meist nicht der Rede wert, selbst wenn der hfe bei über 200 liegt haben die oft noch einen Leckstrom unter 100µA.

Der MKII Tone Bender rauscht ironischerweise stark, wenn die Leckströme zu niedrig sind. Ich habe mal versucht die OC75s mit 2SB175 zu ersetzen. Kann man vergesssen. Das rauschen kriegt man mit denen nicht vernünftig in den Griff. Mal abgesehen davon fuzzt der MKII mit hohem Leckstrom auch besser.
Wenn du Transistoren mit hohem Leckstrom aussortierst, machst du am besten MKII-Bausätze daraus. :-D

Und mit Sicherheit wird jeder Bender anders klingen genauso wie die Fuzz Faces. Wenn man dann noch Kohleschichtwiderstände nehmen würde, könnten man es noch mehr hin zu den alten originalen trimmen.
Das ist allerdings nicht der Sinn dieses Bausatzes, bzw. da sollte dann jeder selber Kreativ werden.


Ich glaube ja nicht, dass die so viel anders klingen. Wenn überhaupt. Die größeren Toleranzen können natürlich einen Unterschied machen, aber mit Metallfilmwiderständen liegt man sowieso im voll im Toleranzbereich der Originale. Ziel erreicht. :)
Und die Bausätze kannst du mit Metallfilm sowieso besser handhaben, weil du nur die Transistoren selektieren musst und nicht die Widerstände.
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