Verständnisfrage zu aufgetretenem Defekt BOR

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Verständnisfrage zu aufgetretenem Defekt BOR

Beitragvon Guitar-Chris » Do 13 Aug, 2009 08:04

Hallo!

Habe gestern meine Box of Rock fertiggestellt. Sie lief auch sofort und der Sound war im Boost wie Overdrive einwandfrei. Als ich sie dann auf mein Effektboard bauen wollte, trat plötzlich ein Fehler auf. Die BOR hing signalmäßig in einer Kette von Effekten. Die Stromversorgung erfolgte provisorisch über separates 9 V Netzteil. Beim Einschalten des Overdrive wurde die LED hell und dann etwas dunkler. Anstatt die Lage (und möglicherweise den Fehler) zu checken habe ich dann den Schaltvorgang einige Male wiederholt. Dann funktionierte der Overdrive nichtmehr. Stellte man das Poti Drive auf Linksanschlag, war noch ein Signal zu hören. Drehte man man das Poti auf wurde der Klang immer leiser bis nahezu 0. Der Boostkanal lief wie gewohnt.

Ich habe zunächst die Potis durchgemessen, dann die Schalter und anschließend kalte Lötstellen gesucht. Dabei konnte ich keinen Fehler finden.

Bei der Fehlersuche habe ich festgestellt, dass die Werte des 4. Transistors (ganz rechts) von denen der anderen identischen 3 abwich. Es ist übrigens ein Mosfet BS170. Da ich technisch nicht so versiert bin, aber einen Transistor in Verdacht hatte, habe ich mal die Widerstände bzw. mit einem Durchgangs/Diodenprüfer die Transistoren durchgemessen. Der als defekt vermutete Transistor hatte zwischen seinen beiden Außenbeinen (sind das immer Collector und Emitter?) Durchgang also einen Kurzschluss.

An sich ist das kein Problem, der Transitor ist ja schnell ausgetauscht. Für mich stellt sich aber die Frage, warum das Gerät zunächst sicherlich eine gute halbe Stunde lief und erst danach der Defekt auftrat:

Kann es sein, dass ich den Transistor beim Einlöten schon vorgeschädigt habe, so dass er dann "durchbrannte"?

Oder muss ich nach einem Fehler in der Spannungsversorgung suchen?

Christian
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Beitragvon Uwe K. » Fr 14 Aug, 2009 04:51

Hi Chris,
Als erstes erstmal ein Mosfet hat Gate, Source und Drain im Gegensatz zu einem Transistor mit Emitter, Basis und Kollektor. Mit Sicherheit kann es vorkommen, dass ein BS170 "Vorgeschädigt" ist, und mit angelegter Spannung dann sich verabschiedet. Die BS170 sind von der Sache her eh empfinlich. Aber ich kann dich trösten, dass ich auch schon so einige wechseln musste.
Aber genau erklären, was da vor sich gegangen ist, kann ich dir leider auch nicht. Obwohl der BS170 über eine integrierte Schutzdiode von Drain nach Source verfügt, hat es aber mit Sicherheit doch einen Durschlag gegeben.

MFG uwe
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Beitragvon Guitar-Chris » Fr 14 Aug, 2009 09:49

Hallo Uwe,

habe gerade den neuen BS170 eingelötet und alles lief wie geschmiert. Bestimmt habe ich den ersten beim Einlöten durchgeschmort, obwohl ich auf kurze Lötzeiten geachtet habe. Aber dank deiner superschnellen Lieferung habe ich ja noch etwas Reserve.

Dann nach 5 mal Ein-/Ausschalten ist der linke 3PDT Schalter kaputtgegangen. :? Die linke Reihe schaltet nicht mehr. Jetzt bin ich etwas frustriert. Kann man den Schalter öffnen und reparieren? Oder hilft nur ein neuer?


Tut mir leid das hier schreiben zu müssen. Ich habe an dem Schalter garnicht mehr rumgelötet. Und ich hätte lieber hier nur Erfolg gemeldet. Ich will mal schauen, ob ich bei unserem Elektronik-Krauter hier in der Stadt schnell Ersatz bekomme.....
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Re: Verständnisfrage zu aufgetretenem Defekt BOR

Beitragvon Owen Deny » Fr 14 Aug, 2009 09:51

Guitar-Chris hat geschrieben:Kann es sein, dass ich den Transistor beim Einlöten schon vorgeschädigt habe, so dass er dann "durchbrannte"?
Oder muss ich nach einem Fehler in der Spannungsversorgung suchen?


Beim BS170 musst du vor allem thermisch aufpassen, da die "lead temperature" TL max. 300°C betragen darf (für 10s). Die kann u.U. dann erreicht werden, wenn man nicht zügig die Anschlüsse nacheinander lötet. Deswegen besser kurz nach dem Löten warten und dann erst den nächsten Anschluss festlöten.

Im Phillips-Datenblatt hab ich's übrigens nicht gefunden, steht im Fairchild Datenblatt drinnen :).

Grüße & Viel Erfolg!
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Beitragvon Owen Deny » Fr 14 Aug, 2009 10:00

Oh da war ich doch glatt zu langsam :-D!

Guitar-Chris hat geschrieben:Dann nach 5 mal Ein-/Ausschalten ist der linke 3PDT Schalter kaputtgegangen. :? Die linke Reihe schaltet nicht mehr. Jetzt bin ich etwas frustriert. Kann man den Schalter öffnen und reparieren? Oder hilft nur ein neuer?


Da hilft nur ein neuer, weil du den Schalter auch gar nicht heil aufbekommst. Du bist wahrscheinlich an den Ösen, beim Nachlöten, zu lang dran gewesen.

Tut mir leid das hier schreiben zu müssen. Ich habe an dem Schalter garnicht mehr rumgelötet. Und ich hätte lieber hier nur Erfolg gemeldet. Ich will mal schauen, ob ich bei unserem Elektronik-Krauter hier in der Stadt schnell Ersatz bekomme.....


Dann drück ich dir zumindest mal die Daumen, auch wenn ich's mir nicht vorstellen kann. In der Regel haben die nämlich nur DPDT Schalter da.
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Beitragvon Guitar-Chris » Fr 14 Aug, 2009 10:02

Nachtrag:

Den 3PDT Schalter habe ich bereits geöffnet. Von den 3 Zapfen, die die Metallplätchen unten wechselseite bewegen ist einer abgebrochen. Zumindest kenn ich so die Ursache. Zusammen mit dem kaputten BS170 muss ja jetzt der Eindruck entstehen, ich löte mit einem Dachrinnenlötkolben....
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Re: Verständnisfrage zu aufgetretenem Defekt BOR

Beitragvon Guitar-Chris » Fr 14 Aug, 2009 10:07

Owen Deny hat geschrieben:
Guitar-Chris hat geschrieben:

Beim BS170 musst du vor allem thermisch aufpassen, da die "lead temperature" TL max. 300°C betragen darf (für 10s). Die kann u.U. dann erreicht werden, wenn man nicht zügig die Anschlüsse nacheinander lötet. Deswegen besser kurz nach dem Löten warten und dann erst den nächsten Anschluss festlöten.




Ich habe beim Neueinlöten genau das gemacht. Ein Beinchen festgelötet, gewartet und dann mit Abstand die nächsten. Den Lötkolben kann ich Temperaturregeln. Leider ist bei diesem einfachen Modell die Einstellung noch relativ grob machbar. Aber ich denke, kurze Lötzeiten reichen aus. In der Regel bleibe ich beim Löten immer im Bereich 1 sek.
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Beitragvon Guitar-Chris » Fr 14 Aug, 2009 12:13

Kurtes Zwischenresume:

Ich habe beim Bau der Box of Rock gelernt:

- wie empfindlich die MOSFET Transistoren sind
- habe die Schaltung der BOX zumindest vom Grundaufbau her nachvollziehen müssen
- habe den Hauptfehler selber (!) gefunden.
- weiß jetzt auch, warum ein 3PDT kaputtgehen kann, wenn man zulange drauf rumlötet, weil ich einen defekten auseinandergebaut habe.
- weiß jetzt auch, dass ich beim Löten durchaus noch dazulernen kann und muss (sauberer, schneller, auf Temperatur achten).

Hat trotz allem eine Menge Spaß gemacht. Musste zwar auch Lehrgeld zahlen, aber am Ende wurde (werde) ich mir einer tollen Box of Rock belohnt.


Dank besonders an Uwe für seinen erstklassigen Service. Da hast due dir demnächst den Urlaub verdient.
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